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Social Media Session des BITKOM: E-Mail verliert perspektivisch an Bedeutung

Ich hatte am Samstag die Ehre, die Social Media Session auf BITKOM Jahrestagung in München zu moderieren. Während ja bei vielen Events hauptsächlich die Beraterbranche zu Wort kommt, saßen diesmal vier Unternehmensvertreter auf dem Podium: Meike Leopold – PR Managerin bei Cirquent, Claus Fesel – Marketingleiter bei DATEV, Thomas Mickeleit – Director Communications bei Microsoft und Michael Willeke – Head of Marketing Communications bei Coca Cola Deutschland.

Bevor es losging, habe ich zur Einstimmung das Video Social Media Revolution 3 gezeigt.

Danach ging es in die Impuls-Statements und danach in die offene Fragerunde. Ich möchte die wichtigen Aussagen der zweistündigen Diskussion zusammenfassen:

Zunächst einmal waren sich alle einig, dass es für Unternehmen wichtig ist, dass sich die Geschäftsführungsebene auch mit dem Thema Social Media befasst, es versteht und unterstützt. Michael Willeke von Coca Cola sagte: „Die Entscheidung für Social Media ist eine grundsätzliche. Da gibt es kein zurück. Deshalb braucht es ein klares Commitment auch von Seiten der Geschäftsführung.“ Claus Fesel von DATEV unterstützte dies, gab aber zu, gerade zu Beginn auch einfach mal „gemacht“ zu haben.

Ganz grundsätzlich gab Thomas Mickeleit von Microsoft zu bedenken, dass soziale Komponenten im Netz nicht erst seit Facebook neu seien, sondern dass sich allein in Deutschland seit Jahren in über 30 Foren Menschen über Microsoft-Produkte austauschen würden. Auch Michael Willeke bekräftigte, dass Social Media etwas sei, auf das man sich einlassen müsse, ohne dass es im Bereich der Online-Kommunikation und -Marketing eine plötzliche Revolution sei.

Meike Leopold sieht eine klare Notwendigkeit für Unternehmen im B-to-B-Bereich, den Weg in soziale Medien zu suchen, da jeder Verantwortliche im B-to-B-Sektor im Social Web letztlich auch privater Nutzer sei. Dieser Trend wird mittlerweile als „Consumerization“ bezeichnet. Unterstützung fand Sie bei Claus Fesel, der beim BITKOM auch den Arbeitskreis Social Media leitet. Für ihn sind soziale Medien letztlich die Chance, Menschen auf die eigenen Themen aufmerksam zu machen. Und da gelte es, alle relevanten Kanäle zu nutzen.

Ein einheitliches Bild gab es bei der Frage nach dem Monitoring und Social Media Guidelines. Alle waren sich einig, dass es ohne Monitoring nicht gehe. Von den kleineren Organisationen mit Google Alerts etc. bis hin zu großen Lösungen bis zu 100.000 Euro jährlich wie im Falle Microsoft. Guidelines gibt es ebenfalls in allen Unternehmen, wenngleich in unterschiedlichem Umfang. Geteiltes Bild dagegen bei der Frage, wer denn den Lead für Social Media intern übernimmt. Datev und Coca Cola steuern den Bereich aus dem Marketing heraus. Cirquent und Microsoft aus der Unternehmenskommunikation. Alle Podiumsteilnehmer aber waren sich einig, dass Social Media ein interdisziplinäres Thema sei, das von einer Abteilung allein nicht erfolgreich zu meistern ist.

Noch ein paar interessante Informationen:

  • Meike Leopold startete mit 2 Stunden pro Woche für den Cirquent Blog – heute sind es 2 Tage
  • Michael Willeke sieht vor allem PR- und Interaktiv-Agenturen als kompetente externe Partner
  • bei Coca Cola verantwortet eine Person allein das Thema „Listening“
  • Microsofts Social Media Team unter der Leitung von Thomas Mickeleit trifft sich alle zwei Wochen einmal
  • Claus Fesel bespricht alle Social Media Themen mit seinem Pressesprecher

Zum Abschluss wagte ich eine Frage mit Blick in die Zukunft, die darauf abzielte, ob E-Mail zukünftig Kommunikationstool Nummer 1 in Unternehmen bleibe oder perspektivisch durch Netzwerk-Lösungen ersetzt würde. Einhellige Meinung war, dass noch nicht in 5, eventuell aber in 10 Jahren interne Netzwerke E-Mail ein Stück weit ersetzen werden. Cirquent setzt ein solches System gerade auf, Coca Cola hat eine Art internes Facebook bereits. Und obwohl Microsoft schon jetzt integrierte Oberflächen anbietet, glaubt auch Thomas Mickeleit an eine weitere Entwicklung hin zu internen Netzwerken.

An dieser Stelle ein Hinweis in eigener Sache: henne.digital ist bereits mit einem Technologiepartner in der Entwicklung einer solchen internen Netzwerk-Lösung. Vermutlich schon im September geht das System live. Es fokussiert sich vor allem auf den Mittelstand. Mehr dazu demnächst hier im Blog…

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zur Agentur-Website der Online PR Agentur henne.digital

{ 1 comment… add one }
  • Social Media Kommunikation – neue interne Lösung von henne.digital 30. Juni 2011, 12:29

    […] Natürlich wissen wir, dass es solche Systeme auch schon gibt – vor allen in Amerika, aber auch vereinzelt in Deutschland. Aber wir verlassen uns lieber auf uns selbst und setzen das ganze so auf, wie wir Social Media verstehen. Den Trend hin zu solchen Lösungen bestätigen auch große Unternehmen wie Microsoft und Coca-Cola – siehe Artikel. […]

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