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Google+ und das Kurzzeitgedächtnis der Social Media Berater.

Google+ und das Kurzzeitgedächtnis der Social Media Berater. post image

Google+ ist da. Ein neues soziales Netzwerk. Und der Frontalgriff auf Facebook. Meinen zumindest einige. Andere sagen, Google mache zuerst Twitter platt, wieder andere behaupten, dass Google+ eigentlich gut sei für Facebook. Darf ich kurz dazwischen grätschen? Da das Produkt noch nicht mal im Endzustand ist – und da auch noch nicht ansatzweise eine kritische Masse an Nutzern erreicht ist, sind dies alles reine Spekulationen.

Vielen ist eines gemein: Die bisher so gehypten Plattformen sind Relikte aus der Vergangenheit. Da liest man schon interessante Dinge von manchem Social Media Berater. Hier mal eine kurze Sammlung (ich lasse die Namen weg):

„Was war noch mal Facebook?“
„Ach, ich hatte ja Twitter ganz vergessen“
„Facebook, ach da, wo sich die ganzen Gamer rumtreiben“
„Seit es Google+ gibt, nutze ich die anderen Seiten nicht mehr“

Es stimmt sicher nicht im Einzelfall, aber in der Masse haben genau diese Berater bis zum Launch von Google+ vor rund 6 Wochen erzählt, dass es für Unternehmen ja nix besseres als Twitter und Facebook gibt, schließlich ist da die gesamte Zielgruppe, nirgendwo ist so viel Dialog möglich. Mit der nötigen Transparenz hole man sich die entsprechende Reputation.
Irgendwie müssen sich so Fußballtrainer fühlen, die 2 Jahre in Folge Meistertitel und Champions League gewinnen, und dann nach 3 Niederlagen aus dem Job geworfen werden.

Einer ganzen Branche scheint das Kurzzeitgedächtnis komplett zu entfallen. Google+ befindet sich nach Angaben von Google immer noch im Projektstatus, ist noch nicht mal offen für alle – und schon zieht der Hype von einem Kanal zum nächsten. Und das wollen dann Berater sein? Ich weiß schon, warum ich das Wort Berater und Social Media überall zu vermeiden versuche. Denn im Regelfall sind dies Leute, die Kommunikation nach technischem Verständnis und neuen Netzwerken angehen – die aber wohl niemals verstehen werden, wie Unternehmen Kommunikation strategisch aufbauen müssen. Was überhaupt eine Strategie ist. Und vor allem, was diese Strategie überdauern muss.

Zum Beispiel den Niedergang und den Aufstieg einzelner Kanäle. Oder den Abgang oder den Zugang von Mitarbeitern.

Liebe Unternehmen: Bitte glauben Sie weiter daran, dass es im Kern um die Vermittlung von Inhalten geht. Darum, Themen zu setzen oder zumindest auf relevante Themen einzugehen, Menschen zu interessieren und gerne auch einen Austausch zu ermöglichen, wo er gewollt ist. Und dies mit dem Ziel, die Entscheidungen von Menschen im Sinne des Unternehmens zu beeinflussen.

Es geht aber nicht darum, jeden neuen Trend mitzumachen. Überall der erste zu sein. Ja nix verpassen zu wollen. An jeder Ecke mitreden zu wollen. Und genau so sollte man auch Google+ angehen. Es liegt ganz sicher eine Chance in diesem neuen Angebot. Gerade mit Blick auf Informationsverteilung und SEO-Effekte.

Wie aber dieses Netzwerk von den Nutzern angenommen wird, welchen Charakter es letztlich haben wird, und wie es damit in die eigene Kommunikationsstrategie passen wird, das bleibt abzuwarten. Ich zumindest empfehle eine gesunde Distanz. Im Unterschied zum Social Media Berater kann für Sie nicht gelten: „Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern“.

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