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Lithium kauft Klout: Harte Währung Social Influencer Scoring für Social CRM.

Lithium kauft Klout: Harte Währung Social Influencer Scoring für Social CRM. post image

Der Deal war schon länger bekannt, heute wird er vollzogen. Der Social CRM Software Anbieter Lithium kauft das Influencer Scoring Tool Klout für 200 Mio Dollar. Über die Preise kann man immer streiten. In meinen Augen wird Know-How im Moment generell sehr teuer eingekauft. Denn ich glaube, es geht vor allem um Know-How. Der Klout Score ist zwar vor allem in den USA etablierter Scoring-Wert, aber ich habe meine Zweifel, dass er aktuell in Masse Daten besitzt, die Lithium in Sachen Social CRM wirklich weiterhelfen. Ob der Deal also 200 Mio Dollar wert ist, nun ja…

Klout vermisst letztlich erstmal nur Kommunikation und Einfluss von Menschen zu Themen, evaluiert sie, stellt gegenseitige Verbindungen her. Je mehr Verbindungen ich habe, je mehr ich zu einem Thema im Social Web schreibe, je mehr mit diesem Inhalt interagiert wird, um so höher fällt mein Score aus. Hierfür wertet Klout die großen Plattformen aus. Meine Beiträge in einer speziellen Kunden-Community z.B. (siehe Die Kabelhelden) fließen aktuell nicht mit ein, obwohl sie hochrelevant für Kabel Deutschland in Bezug auf CRM wären.

Dennoch denke ich, dass dieser Deal für Lithium sehr sinnvoll ist, denn wenn etwas fehlt in Sachen SocialCRM aktuell, dann ist es eine allgemein gültige Bewertungsmatrix für die Rolle von Kunden für Kaufentscheidungen. Lithium hat eine solche Analyse aktuell schon im Produktportfolio. Anbei ein paar Gedanken, welche Vorteile sich für Lithium dennoch ergeben (könnten):

  1. Klout bringt seine jetzigen Bewertungsmetriken ein. Diese laufen quer über die wichtigsten Netzwerke. Und da sind schon eine Menge verknüpfter sozialer Nutzerdaten (z.B. Facebook) drin. In den USA ist Klout ein etablierter Score. Die Lithium-Kunden bekommen etwas an Evaluation, was sie kennen, was im Markt etabliert ist. Und das aus einer Hand.
  2. Mit den Mitarbeitern kauft man sich die Entwickler ein, um Klout stärker auf die Kunden- und Servicekommunikation auszurichten. Es könnte ein echtes universelles SocialCRM Scoring by Lithium entstehen. Und das wäre natürlich ein Argument, sich Lithium als Dienstleister ins Haus zu holen. Davon abgesehen kann man soziale Kundendaten zusätzlich „verkaufen“. Und das ist harte Währung.
  3. Lithium umgeht ein Schnittstellen-Thema und bietet den Kunden EINE Suite für Kommunikation und Bewertung aller von ihnen betriebenen Service-Plattformen plus externe Netzwerke. Alle Daten in Lithium werden automatisch ausgewertet. Es braucht keine Schnittstellen und Übergaben mehr. (das haben sie im Prinzip schon, nur eben nicht mit der Akzeptanz und Bekanntheit)

Datenschutz:

Es ist DAS Thema bei Social CRM. Die Unternehmen wollen Nutzerdaten und sie wollen sie auswertbar machen. Klout legt teilweise durch Zugriff auf soziale Verbindungen öffentliche Profile an. Das ist in Deutschland problematisch, in den USA eher nicht, weil ich dort als Unternehmen grob das direkt tun kann, was Klout auch tut. In Deutschland hingegen ist Permission Management DAS Thema. Daran scheitert im Moment Social CRM hierzulande ein wenig. Der automatische Transfer von sozialen Nutzerdaten in das eigene CRM ist so ohne weiteres nicht möglich. Für Deutschland wird das aus Datenschutzsicht also sicher noch interessant. Aber Lithium akquiriert Klout sicher nicht zuvorderst mit Blick auf den deutschen Markt.

Commerce / Reviews

Eines aber fehlt Klout wie nahezu allen Monitoring-Lösungen: Die Integration von Online-Käufen und Online-Bewertungen in das Influencer Scoring. Denn die Kommunikation im geschriebenen Wort wird zum Teil – und ich glaube zunehmend – ergänzt durch Gamification und schnelle Clicks. Die Reviews sind enorm wichtig für Kaufentscheidungen. Ich möchte also als Unternehmen nicht nur wissen, wer wo zu meinen Themen schreibt. Ich möchte vor allem wissen, wer wo Bewertungen auf amazon oder HolidayCheck hinterlässt. Und das entsprechend gewichten und mit der restlichen Kommunikation und daraus resultierenden Käufen abgleichen.

Es wird spannend sein, was Lithium aus Klout macht. Für mich ist der Schritt sehr logisch und er zeigt, wo die Reise hingeht. Nämlich viel stärker zur Evaluierung von Kunden, die im Web in welcher Form auch immer agieren. Das mag uns Deutschen mit Blick auf den Datenschutz erstmal unheimlich vorkommen. Wenn das Ergebnis aber besserer Service ist, dann werden wir uns damit abfinden. Wir sollten etwas weniger Angst haben.

Hier geht’s zur Agentur für Social CRM HenneDigital.
{ 2 comments… add one }
  • Andreas Nicklas 28. März 2014, 12:43

    Mit Klout geht Lithium ganz konsequent den Weg weiter, der Lithium erfolgreich gemacht hat: Die Communities unsere Kunden sind vibrant aufgrund von Social-Intelligence und Gamificiation. Und nur Communities die vibrant sind, sind auch erfolgreich. Warum? Mit Hilfe von Social-Intelligence identifizieren wir in Lithium Communities bspw. die Influencer (auch qualitativ) und koennen auf der Basis von Gamification diese Influencer fuer Marken, Produkte und Services sehr erfolgreich aktivieren. Mit Klout sind wir nun in der Lage diese Influencer zusaetzlich in Sozialen Netzwerken zu identifizieren, fuer die Branded Communities zu gewinnen und an diese zu binden.
    Beste Gruesse Andreas Nicklas, Director Agency and Partner Sales EMEA

  • Christian Henne 28. März 2014, 12:55

    Vielen Dank, Herr Nickles. Letztlich ist die Identifikation von Influencern ja für jedes Unternehmen wichtig im Social Web. Und dafür gibt es eine Menge Monitoring-Systeme auch jetzt schon, auch über Klout hinaus. Für einen 200 Mio Kauf sollt es ja einen Grund geben 🙂

    Aus meiner Sicht sind folgende Dinge spannend:

    1.) Besitzt Klout wirklich relevante Daten von Kunden im Social Web (nicht einfach Kommunikatoren, sondern für ihre ganz spezifischen Kunden – sagen wir mal eine Versicherung – wirklich wichtig). Die Frage würde man in den USA sicher etwas anders beantworten als in Deutschland.

    2.) Wie integrieren sie diese Metriken ganzheitlich – also einen Score für externe Kommunikation in Netzwerken zusammen mit dem, was in ihren Communities passiert. Der Kunde will ja am Ende eine Auswertung in einem System.

    3. Wie bekommt man diese Daten sauber in ein internes CRM-System.

    Dies sind zumindest die Anforderungen, die ich strategisch für unsere Kunden sehe in Bezug auf die Evaluierung. Und wir haben eine komplette Service-Community mit geplant und aufgebaut. (Wissen Sie vermutlich)

    Social CRM ist eines unserer Kernthemen bei HenneDigital. Von daher würde ich hierüber gerne mal intensiver mit jemandem aus ihrem Haus sprechen.

    Ein schönes Wochenende.

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