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Social Media verändert Menschen? Oder doch andersrum?

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Was lesen wir dieser Tage nicht alles, wie Social Media uns Menschen verändert, wie das Internet unsere Sozialisation beeinflusst, wie Facebook mit neuen Features fast schon mediale Revolutionen inszeniert.

Darf ich an dieser Stelle fragen, ob wir bereits im Roboter-Zeitalter angekommen sind, in dem nicht mehr wir als Menschen über uns und die Kommunikation zwischen uns entscheiden, sondern künstliche Intelligenz? Oder Mark Zuckerberg? Oder um mit einem bekannten Werbespruch zu kommen: „Wer hat’s erfunden?“ Richtig: Die Menschen.

Also muss die Frage doch wenn schon anders herum gestellt werden: Wie verändern wir Menschen unsere Kommunikation. Warum melden wir uns in Social Networks an – oder auch nicht. Und warum melden wir uns vielleicht auch wieder ab? Der Erfolg des Social Webs hängt einzig von der Beteiligung der Menschen ab. Im Gegensatz zu einem TV-Spot oder einer ist das Social Web ohne aktive Beteiligung von uns Menschen nicht überlebensfähig. Ihm wird die Grundlage entzogen.

Die Bewegungen der Menschen von bestimmten Medien hin zu anderen werden schneller. Dies auch innerhalb von Social Networks. Die VZ-Gruppe kämpft mit fallenden Mitgliederzahlen, auch Bewertungsportale wie ciao.de verlieren Stück für Stück an Bedeutung. Vielleicht gerade weil die Unternehmen diese Kanäle für die eigenen Ziele entdeckt haben. Die Sicherheit und Planbarkeit in der Mediennutzung sinkt. Die Menschen machen es den Unternehmen schwerer. Um so mehr wundert es mich, dass Kanäle in der Diskussion um die richtige Kommunikation scheinbar immer wichtiger werden. „Wie gehe ich mit Twitter um?“, „Wie baue ich eine Fangemeinde auf Facebook auf?“

Ich dagegen frage: Wie sollen Unternehmen zukünftig mit Menschen in Verbindung treten? Wo geht es um Dialog und Beteiligung und wo um die klassischen Produkte und den Verkauf? Was wird Menschen zukünftig bewegen, einem Unternehmen zu vertrauen. Ist Vertrauen überhaupt das wesentliche Kriterium? Und eine ganz entscheidende Frage: Was macht mich als Unternehmen bzw. meine Produkte unterscheidbar? Das Marketing hat deshalb so an Bedeutung gewonnen, weil die Produkte rein rational immer weniger unterscheidbar werden. Stattdessen geht es um emotionale Markenwelten, um Unternehmenspositionierungen.

Philipp Roth von facebookmarketing.de auf dem Münchner Twittwoch am 6.10.2010

Mein Aufruf an die Unternehmen: Kümmert Euch um das, was Euch eine Daseinsberechtigung gibt: Um ein seriöses Geschäftsmodell, um nachhaltiges Wirtschaften und um gute Produkte. Schaut Euch an, warum Euch Menschen vertrauen und wie Ihr sie begeistern und überzeugen könnt. Macht Euch unterscheidbar und einzigartig. Dies ist die Basis für eine glaubwürdige Kommunikation, die die Menschen in ihren Bann zieht. Vielleicht geschieht diese Kommunikation heute verstärkt auf Facebook und Twitter. Aber wenn sie morgen an anderer Stelle stattfindet und die Menschen in Scharen „überlaufen“, dann gewinnen die Unternehmen, die unabhängig von den Kanälen eine Bedeutung für die Menschen haben.

Ein Blick auf die mitgliederstärksten Facebook Gruppen zeigt, dass die Unternehmen eine hohe Relevanz haben, die ihre Marken mit Leben gefüllt haben und den Menschen etwas bieten. Niemand wird daran zweifeln, dass Red Bull, Coca Cola, Nike oder Adidas überall ihre Fans finden – bzw. dass die Fans diese Unternehmen finden. Sie sind letztlich nicht abhängig von Steve Jobs oder Mark Zuckerberg. Ihr Erfolg liegt in der Bedeutung für die Menschen – und diese Bedeutung ist zunächst einmal kanal- und technologieunabhängig. Sie entspringt den Unternehmen selbst.

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