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Der Social Media Newsroom. Oder Social Newsroom. Oder Newsroom 2.0. Oder doch einfach nur Newsroom?

Der Social Media Newsroom: Mittlerweile ist das Thema ja fast schon ein wenig abgeklungen. Vor etwa zwei Jahren diskutierte nahezu jede PR-Agentur darüber. Wunderwaffe der Unternehmenskommunikation oder doch eher Produkt der Beraterbranche?

Wie bei vielen Dingen im Social Media Zeitalter ist es sicher ganz gut, wenn der große Hype ein wenig abklingt und Maßnahmen einer eher rationalen Betrachtung standhalten müssen. Während PR-Blogger Klaus Eck schon vor zwei Jahren Beispiele Social Media Newsrooms zeigte, gab es immer auch mal kritische Stimmen. Die „Social Media Experten“, die anonym und kritisch bis zynisch die Social Media Branche begleiten, drückten es so aus:

Quelle: http://www.formspring.me/smexperten

Ich glaube fest daran, dass Online-Pressebereiche in vielen Unternehmen vor einer Veränderung stehen. Allerdings bin ich überzeigt davon, dass jedes Unternehmen im Netz auch nur über EINEN Newsroom verfügen sollte. Ich kann keinen Grund sehen, einen klassischen Pressebereich auf der Corporate Site zu pflegen – und dazu einen weiteren speziell auf Social Media ausgerichteten Bereich. Ich möchte das mit folgenden Punkten begründen:

Die Adressaten der Unternehmenskommunikation

Ein immer sozialer werdendes Internet verändert die Rolle der Unternehmenskommunikation. Journalisten recherchieren im Web und bilden sich so bereits eine erste Meinung vor einem persönlichen Kontakt. Kritiker, Blogger, Influencer beschäftigen sich online mit bestimmten Themen, auch um Content für die eigenen Seiten zu bekommen. Bewerber informieren sich vorab über Unternehmen. Das alles spricht für den speziellen Social Newsroom. Aber:

Unternehmenskommunikation muss verbinden

Eine der großen Herausforderungen für die Unternehmenskommunikation ist ein konsistentes Messaging. Nach wie vor drängt sich mir der Eindruck auf, dass eine große Zahl von Experten Social Media als eigene Welt sehen, die auch in der Kommunikation andere Dinge nötig macht. In Bezug auf Informationsverteilung aber ändern sich durch Facebook, Twitter & Co. die Inhalte keineswegs. Lediglich die Art der Aufbereitung. Und genau das macht einen darauf abgestimmten Newsroom erforderlich. Entscheidend hierbei ist aber, dass Unternehmen die gleichen Informationen allen Interessenten verfügbar machen. Dies kann in unterschiedlicher Aufbereitung passieren, sollte meines Erachtens aber auf jeden Fall an einem Platz  – also innerhalb eines Bereichs passieren.

Usability und Quellen

In Zeiten sozialer Netzwerke wird immer undeutlicher, woher Inhalte stammen, was die eigentlichen Quellen sind. Facebook und Twitter zeigen letztlich nur externen Content an. Für Journalisten und kritische Berichterstatter generell ist aber nach wie vor entscheidend, aus welchen Quellen Informationen stammen. Ein Newsroom, der im Stile von Facebook lediglich Informationen von anderen externen Quellen sammelt, macht es dem Betrachter schwer, die ursprüngliche Quelle zu erkennen.

Dies ist auch eine Frage der Usability. Social Media ist für viele Menschen, die weniger tief im Thema sind, zunächst schwer verständlich. Hier die Feeds, da die Like Box, hier der Link zum YouTube Channel. Wer tief in der Materie steckt kennt die Mechaniken. Eine Unternehmenskommunikation aber muss auch auch diejenigen berücksichtigen, die weniger firm sind und schnell Informationen oder Kontakt suchen. Meines Erachtens spricht auch dies dafür, den Content der Unternehmenskommunikation (Fotos, Texte, etc.) im Newsroom zu hinterlegen. Dieser sollte die erste Quelle sein. Ständiges Weiterleiten und Verlinken erhöht nur die Absprungrate.

Zuständigkeiten

Die Corporate Website ist teilweise eine heilige Kuh. Manchmal in der Verantwortung der IT, manchmal im Marketing, manchmal in der PR. Die Corporate Site muss Aspekte sämtlicher Unternehmensbereiche berücksichtigen. Sie ist oftmals mit einem komplexen CMS ausgestattet, viele wollen mitreden. Ein Newsroom dagegen sollte komplett in der Hand der Unternehmenskommunikation liegen. Diese sollte ihn ohne Hilfe einer Agentur administrieren können. Dies macht oftmals einfachere CMS-Systeme mit einer eindeutigen Admin-Zuweisung in der PR-Abteilung möglich. Klare Zuständigkeiten ermöglichen schnelle Aktualisierungen. All dies ist letztlich am besten in einem eigenen kompletten Newsbereich der Unternehmenskommunikation möglich.

Effizienz

Ein gut aufgebauter Newsroom leitet User an die Stellen, die im Einzelfall relevant sind. Auch wenn Pressekontakte immer klar und schnell auffindbar kommuniziert werden sollten, so ist es ein Ziel, die Zahl der Anrufe in der Pressestelle zu reduzieren und stattdessen durch gute Navigation Informationen schnell verfügbar zu machen. Ein Newsroom ist für mich also auch Hub für alle anderen Bereiche des Unternehmens im Netz. Das Beispiel von Cisco zeigt dies meines Erachtens recht gut.

Cisco-Newsroom: http://newsroom.cisco.com/dlls/index.html

PR und SEO bzw. Social Media Optimization

Die Unternehmenskommunikation muss bei der Aufbereitung ihrer Pressetexte zunehmend auch Suchmaschinen-Aspekte berücksichtigen. Auch wenn die reine organische Suche zunehmend durch soziale Faktoren ergänzt wird, so gilt für Pressetexte nach wie vor: Wie schaffe ich es, sie in Google möglichst hoch zu ranken? Dafür ist die Bedeutung der Seite wichtig, der Content, ebenso wie entsprechende Verlinkungen. Ganz ohne die wichtigen key words geht es dennoch nicht. Texte müssen also nicht nur in html auf der Site verfügbar gemacht werden, sondern inhaltlich mit den richtigen key words aufgebaut und sinnvoll verlinkt werden. Dies erhöht die Reichweite und damit letztlich die Bedeutung des Newsrooms.

Facebook Share-Buttons, Tweet-Buttons, Feeds, Boorkmarks, embedded Videos und Slideshares sind weitere wichtige Elemente, die sich aber in jedem auch noch so speziellen Social Media Newsroom finden.

Die Idee also ist absolut richtig. Man muss sie nur ganzheitlich umsetzen.

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zur Agentur-Website der Online PR Agentur henne.digital

{ 1 comment… add one }
  • Christian Salzborn 6. Juni 2011, 12:31

    Ein sehr guter Beitrag, der zwar keine Neuigkeiten beinhaltet, aber nochmals deutlich die Bedeutung eines Newsrooms für einen professionellen Social Media-Auftritt von Unternehmen darlegt. Dem kann ich mich nur anschließen und hoffen, dass der ein oder andere Manager über mir das auch liest.

    Grüße

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