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Kommunikation in Social Media – Was ist beruflich, was privat?

Die Frage nach der Trennung zwischen beruflichem und privatem ist sicherlich eine der entscheidenden Fragen für all diejenigen, die im Rahmen ihrer Funktion in Unternehmen oder Agenturen in sozialen Medien kommunizieren. Aus meiner Sicht aber muss man schon über die Frage nachdenken? Ist diese überhaupt zeitgemäß? Gibt es eine solche Trennung noch?

Aus Unternehmens- oder Markensicht ist die Frage ebenso nachvollziehbar wie auch aus Sicht der einzelnen Person. Welches Unternehmen möchte schon, dass Mitarbeiter persönliche politische Einstellungen mit Unternehmens-Themen mischen und nicht mehr klar ist, was nun Meinung der Person oder doch des Unternehmens ist. Andersrum fragen sich sicher viele Mitarbeiter, was denn berufliche Themen auf privaten Accounts zu suchen haben. Soll man diese im Sinne der Firma instrumentalisieren?

Instrumentalisieren. Geht es darum überhaupt?

Aus meiner Sicht ist das Verständnis von Social Media hier entscheidend. Wenn ich nach klassischer Marketing-Philosophie darüber nachdenke, wie ich Social Media am besten im Sinne des Unternehmens nutzbar mache, dann sind diese Fragen legitim. Wenn ich Social Media aber als das sehe, was es für die meisten Menschen ist, nämlich eine neue Form der Interaktion, der Kommunikation zwischen Menschen, dann sieht es etwas anders aus. Dann nämlich bekommt Social Media eher den Charakter des Freundeskreises oder beruflichen Netzwerks, in dem ich auch vor 20 Jahren schon privates mit beruflichem vermischt habe. Es geht eben um all das, was Menschen beschäftigt. Und da ist für die meisten der eigene Job ebenso ein Thema, wie das neue Auto oder der letzte Skiausflug.

Internes Klima und Mitarbeitermotivation

Grundsätzlich muss jeder selbst entscheiden, ob er berufliche Themen mit seine privaten mischt. Und hier ist es auch eine Frage der beruflichen Stellung, wie das aussehen kann. Ein Kundenservice-Mitarbeiter wird sicherlich andere Dinge kommunizieren als der PR-Chef. Dennoch sollten beide eher die persönliche Sichtweise in den Vordergrund stellen, anstatt die Follower und Friends mit Werbung zuzuschütten. Das kam früher im Freundeskreis schon nicht gut an. Und es ist ein Thema für die interne Kommunikation, die Mitarbeiter mit entsprechenden Social Media Guidelines zu involvieren und eine gewisse Steuerung über diese Form der Kommunikation zu haben. Denn natürlich muss auch verhindert werden, dass Mitarbeiter einfach mal so über eine Krisensituation schreiben oder einen Produktlaunch vorwegnehmen. Interessierte Mitarbeiter aber werden dies auch nicht einfach so tun. Dies ist in allererster Linie eine Frage des internen Klimas und der Mitarbeitermotivation. Ist dies positiv, dann können Mitarbeiter ganz privat einen guten Beitrag für das Unternehmen leisten – und sie werden das auch tun. Im umgekehrten Falle drohen Risiken – und vor allem gibt es kaum Steuerungsmöglichkeiten.

Firmen vs. Privat-Account

Natürlich möchten Unternehmen gerne auch direkter in Social Media agieren. Dies kann aus meiner Sicht nur über klare Corporate bzw. Brand Accounts gehen. Egal ob der offizielle Unternehmens-Twitter oder die Facebook Fanpage – genau hier geht es ja auch darum, sich eine eigene Community aufzubauen, die sich ganz bewusst nicht mit Personen sondern mit dem Unternehmen, der Marke, dem Produkt, der Dienstleistung identifiziert. Und genau hier geht es auch nicht um private Messages – weshalb es rein beruflich bleibt und Personen hinter den Accounts auch nicht entscheidend sind.

Personen sind das beste Aushängeschild

Es gibt unzählige Blogs, die sich über Beiträge von PR-Chefs, Marketingleitern, Kundenservice-Leitern etc. freuen. Dies ist eine wunderbare Chance, seine berufliche Stellung einzusetzen, um auch persönliche Sichtweisen auf berufliche Themen öffentlich zu machen – und damit für sich selbst, aber auch für das Unternehmen Kompetenz zu unterstreichen. Eine echte Win-Win-Situation!

Menschen sind das beste Aushängeschild für jedes Unternehmen. Sie allein machen Social Media!

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